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Ein Schiff sinkt. Es geht mit Mann und Maus unter. Nur ein Junge überlebt. Und ein Tiger. Zusammen verbringen die beiden fast ein Jahr auf einem Rettungsboot. Das ist in Kürze die Geschichte, die derzeit im Kino zu sehen ist: »Life of Pi – Schiffbruch mit Tiger« heißt der Film.

schiffbruch mit tigerUm auf seinem Rettungsboot zu überleben, muss Pi, so heißt der Junge, sich Nahrung suchen. Was liegt näher, als einen Fisch zu fangen? Das Problem: Pi ist Vegetarier, aus religiösen Gründen. Aber um zu überleben, angelt er trotzdem. Und das klappt auch, nach vielen Versuchen hat Pi endlich einen Fisch im Netz. Er ringt mit dem großen Fisch, besiegt ihn, schlägt ihn tot. Und der Zuschauer sieht, mit Pi, diesem toten Fisch ins Auge. Und es scheint, als würden diese toten Augen Pi und jeden einzelnen Kinozuschauer ansehen. Die religiöse Geschichte Pi‘s, seine Haltung zu den Tieren – all das findet sich in diesem Blick. Es ist, als würde Gott selbst durch die Augen des toten Tieres blicken. Pi spürt das offensichtlich auch so: Er ist nach dem Fang nicht glücklich, sondern völlig verzweifelt.

Über ökologische Moral lässt sich vieles sagen. »Schiffbruch mit Tiger« bietet eine Geschichte zum Umgang mit dem Lebendigen an. Die narrative Ethik dieser Geschichte führt aber keineswegs zu einer einfachen Lösung. Vegetarisch zu leben wird nicht als ethisch notwendig begründet. Denn auch Pi muss ja, will ja überleben. Aber er macht überdeutlich, dass die Frage des Lebensrechts nicht auf den Menschen allein beschränkt bleibt.

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